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die auswahl setzt sich aus
arbeiten zusammen, die während des kasseler dokumentarfilm-
und videofests gezeigt wurden und sich alle mit dem thema architektur
und urbanität beschäftigen, ein aktuelles interesse bei
vielen künstlern. die verschiedenen videos beschäftigen
sich mit der art und der form zu wohnen, stellen architektonische
konstruktionen und urbane atmosphären dar und zeigen uns, wie
vielfältig der gebaute raum sein und ideale gegebenheiten und
utopien schaffen kann.
programm:
Julio Soto Gúrpide,
„invisible city“, usa, 2002, 6:20 min.
m an stellt sich ein post-apokalyptisches stadtzentrum vor: das
innenleben von häusern ist mit wildem wein, wasser und anderer
vegetation überzogen. die fliegen schwärmen darin umher.
die allmächtige kamera ist überall, schwenkt durch die
urbane landschaft mit ihren surrealen bildern, den verlassenen gebäuden,
den ruinen, den verwüsteten städten. die natur hat hier
jeden raum eingenommen.
Berenice Wahl, „housing stories amsterdam“,
d, 2002, 18:20 min.
s chon mal probleme bei der wohnungssuche gehabt? dazu gibt es noch
eine steigerung. fünf junge menschen erzählen von ihren
seltsamen erfahrungen und erlebnissen bei der zimmer- und wohnungssuche
in amsterdam. diese mühsame und verzweifelte suche gestaltet
sich oft sehr langwierig und unzumutbar, denn wer wechselt schon
gerne im monatstakt seine bleibe aufgrund spezieller verfügbarkeit
oder setzt sich an sexuelle belästigung grenzenden bedingungen
aus.
Brian Doyle, “the light”, usa, 2003, 10:18 min.
in einer reise vom land in die urbane struktur werden un-orte beschrieben,
eine welt, die man kaum sieht. lichter von einsamen straßenlaternen,
beleuchteten werksgeländen, strahler, die den himmel überqueren
und am ende die gedenkscheinwerfer des world trade centers, reduziert
auf die essenz des lichts.
Ayako Yoshimura, „places – home“, nl,
2002, 3:37 min.
menschen kaufen eigenheime, um sie zum privatesten platz der erde
zu machen. aber oft sehen sie alle gleich und anonym aus und zeigen
vor allem äußerlich nichts individuelles.
Lotte Schreiber, „quadro“, a, 2002, 10 min.
das portrait über einen monumentalen 60er jahre wohnblock in
triest, derritterburg-ähnlich auf einem hügel über
der stadt schwebt. in dem imposanten gebäude mit quadratischem
grundriss sind die sozialutopischen ideen dieser epoche als kühne,
maßstabslose betonkonstruktion ausformuliert. der kontemplative
bilderfluss im video entwickelt mit dem eindringlichen elektronischen
soundtrack fast eine art sog. immer wieder werden streng kadrierten,
statischen einstellungen in grobkörnigem schwarzweiss abrupt
von stark verwackelten videoaufnahmen zerrissen. diese video ist
keine architekturdokumentation, sondern entstand aufgrund der subjektiven
faszination der filmemacherin an der gebauten manifestation einer
radikalen gestalterischen idee und einer gescheiteten sozialen utopie.
Anne Misselwitz “zwielicht”, gb/d, 12 min.
“zwielicht” ist eine reise durch das heutige berlin
entlang des ehemaligen mauerstreifens. mit ihrem verschwinden hat
die mauer auch allmählich ihre symbolische relevanz verloren,
was eine chance ist, dieses gebiet mit seiner spezifischen urbanen
realität und potentialen in einem neuen licht zu betrachten.
auswahl, text und einführung:
Kristina Danzer
organisation: kunstring folkwang/Christine Heim
eintritt: euro 3, ermäßigt euro 2, mitglieder des kunstring
folkwang frei
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