Corinna Schnitt

schloss solitude, 2002, beta sp (16 mm), farbe, ton, 10 min.

"Ich bin was Besonderes". Dieser Satz wird in der barocken Umgebung des Schloss Solitude von einer höfischen Dame im Rokokogewand gesungen, auf der Schlosstreppe antwortet ihr ein Polizeichor. Es entsteht ein monotoner und grotesker Wechselgesang, der in der ständigen Wiederholung etwas Neurotisches bekommt. In der Reduk-tion auf zwei Kameraeinstellungen, die streng den beiden Achsen der barok-ken Architektur folgen, wird dieser Eindruck noch verstärkt. Dabei bildet die erste Einstellung einen Prolog, in dem ein Kind in die absurde Szenerie einführt. Am Ende bricht das Banale in die artifizielle Anspannung erlösend und zugleich ironisch ein. Isabel Herda

regie
Corinna Schnitt

filmmusik
Mark Randall Osborn

sängerin
Dagmar Würthen
chor
Polizeichor Saarbrücken
darstellerin
Lilian Heere

kamera
Justyna Feicht
steadycam-operator
Jörg Süß

© Corinna Schnitt